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5 Fragen an… Emily Leary

In unserer Interviewserie „5 Fragen an…“ stellen wir Visionäre, Innovatoren und Talente aus dem STURM und DRANG Netzwerk und den kreativen Zentren dieser Welt vor. Heute spricht Familienbloggerin Emily Leary darüber, wie sie die digitale Welt mitgestaltet und navigiert, über Technikbegeisterung und technologische Skepsis.

Autorin, Fotografin und Rednerin Emily Leary (UK) arbeitete als Expertin für Digitales Marketing bis sie 2011 ihren preisgekrönten Blog A Mummy Too startete. Emily schreibt über Essen, Haushalt, Lifestyle und Familie, hat ihren eigenen YouTube Channel und unterstützt Marken bei Workshops und Events wie dem BBC Good Food Festival. Für STURM und DRANG nahm Emily als Expertin an einem Innovations-Workshop zum Thema „Die Zukunft des Geschirrspülens“ teil.

Q: Was ist die wichtigste Fähigkeit, die ein Kind heute lernen muss?

A: Auch wenn die Technologie auf dem Vormarsch ist, glaube ich, dass Kinder immer noch die gleichen Grundlagen brauchen wie eh und je: Lesen, Rechnen und soziale Kompetenz. Sie sind die Basis für zukünftigen Erfolg. Und selbst wenn ein Kind sich für die digitale Welt begeistert: Programmieren kann es nicht, ohne Mathematik zu verstehen und es wird kaum der neue Steve Jobs, wenn es nicht versteht, was Menschen antreibt.

Q: Und was motiviert Sie?

A: Was meinen Beruf betrifft, begeistert es mich, Teil einer aufregenden, neuen, modernen und wegweisenden Entwicklung zu sein. Beim Bloggen macht es natürlich Spaß, meine Gedanken mit einer Community von Eltern zu teilen – auf hilfreiche Weise, wie ich hoffe! Ich fühle mich auch sehr privilegiert, dass ich in dieser neuen digitalen Welt arbeiten darf, die sich ständig verändert. Wenn ich als kleine Blogbetreiberin erlebe, wie sich Änderungen auf der Plattform, technische Entwicklungen und Weltereignisse auswirken, dann ist das oft eine Herausforderung. Aber klein sein, heißt auch agil sein. Auch wenn das widersprüchlich klingt, arbeite ich am liebsten, wenn sich alles gerade drastisch verändert und wir uns wieder neu zurechtfinden und damit klar kommen müssen.

Q: Was ist Ihre liebste technische Errungenschaft?

A: Ich bin fotografiebesessen, also ist die digitale Spiegelreflexkamera wahrscheinlich mein meistgeliebter technischer Fortschritt. Momentan bin ich scharf auf die Canon 5D Mk IV.

Q: Vor welcher technischen Entwicklung haben Sie Angst?

A: Es besorgt mich ein bisschen, wie es durch die neue Technik völlig normal geworden ist, jedes Detail aus seinem Leben mit anderen zu teilen. Das klingt vielleicht etwas heuchlerisch, wenn es von einer Bloggerin kommt, die über soziale Medien ihre persönlichen Gedanken und Erfahrungen mit anderen teilt. Aber ich denke, unsere Gesellschaft muss da etwas verantwortungsbewusster und selbstkritischer werden. Jeder hat heute die Möglichkeiten einen Livestream zu schalten. Ich hoffe sehr, dass sich unsere Gesellschaft nicht in eine Big Brother-Show verwandelt, in der jeder seinen Mitmenschen rund um die Uhr beim Leben zuschauen kann.

Q: Was bereuen Sie?

A: Ich wünschte, ich hätte mir früher weniger Sorgen gemacht. Am Anfang habe ich den Blog aus reinem Spaß an der Sache betrieben, ohne dabei ein bestimmtes Ziel im Auge zu haben. Es machte mir einfach Spaß, kreativ zu sein, Texte zu veröffentlichen und zu beobachten, wie die Leute darauf reagieren. Ich habe tagsüber noch im Onlinemarketing gearbeitet, als der Blog startete. So war er mein privater Spielplatz. Ich konnte Ideen und neuen Content ausprobieren, mit Plattformen spielen und experimentieren, ohne mich verantworten oder an irgendwelche Regeln oder Strukturen halten zu müssen. Eine befreiende Erfahrung. Doch als der Blog größer wurde und mich bald Vollzeit beschäftigte, verfiel ich in alte Gewohnheiten. Es wurde alles ein bisschen zu ernst, ich zerbrach mir den Kopf über Zahlen. Als ich mich schließlich entspannte und die Userzahlen nicht mehr so ernst nahm, fand der Blog endlich seine kreative Stimme und es machte mir wieder Freude. Und den Zahlen hat das nicht geschadet!

Referenzen

Fotos © Emily Leary

A Mummy Too