© Fotograf Christoffer Regild, Grafik ARC

Changing Cultures

Energie wird zum Lifestyle

Energie ist heute viel mehr als Stromabrechnung und Zähler ablesen. Sie ist eine Frage des Gewissens, Klimakiller und Hoffnungsträger, sozialer Knotenpunkt, Zugang zur Zivilisation und Spaßfaktor. Das sind unsere Energie- und Umwelttrends des Jahres.

Hoffnung für die Ozonschicht

Umweltkatastrophe abgewendet: Das Ozonloch könnte sich bis 2050 vollständig schließen. © Kaushik Panchal

Vor 30 Jahren kam eine unsichtbare Gefahr aus dem All über die Erde: Britische Wissenschaftler wiesen Löcher in der Ozonschicht durch FCKW nach. Medien und Regierungen auf der ganzen Welt warnten vor ultravioletten Strahlen, die zu Missernten, Hautkrebs und Grauem Star führen sollten. Die globale Panik hatte politische Folgen: Bis heute haben 197 Länder das Montrealer Protokoll zum Schutz der Ozonschicht unterzeichnet und FCKW aus Kühlschränken und Spraydosen verbannt. Nun hat das Wissenschaftsmagazin Science eine neue Studie zum Stand des Ozonlochs veröffentlicht. Und siehe da – die Ozonschicht scheint sich langsam zu regenerieren.

Grünes New York

New Yorker Wähler stimmen für Wind und Solarkraft, selbst wenn es teurer wird. © Tomasz Bazylinski

Etwas ist grün im Staate New York: Gouverneur Andrew Cuomo plant eine Energierevolution. Cuomo möchte Kohlenstoffemissionen drastisch reduzieren und die Hälfte von New Yorks Elektrizität demnächst aus sauberen und erneuerbaren Quellen gewinnen. Davon soll nicht nur die Umwelt profitieren, sondern auch Staat und Bevölkerung. Stromlieferungen könnten billiger und zuverlässiger werden. Um Cuomos hehre Ziele zu erreichen, müssen die Menschen von New York mitmachen, ihre Energiegewohnheiten ändern und zunächst mehr zahlen. Und die New Yorker stehen mehrheitlich hinter der grünen Revolution – gegen den Klimawandel, für zukünftige Generationen.

Energie-Erlebnis bei Tesla

E-Mobilität und die Energie dazu, gewonnen und gespeichert im eigenen Haus. © Tesla

Im Tesla Showroom tritt der Kunde in eine Energie-Utopie. Mobilität ohne stinkende Abgase und dröhnende Motoren, Elektrizität aus der Kraft der Sonne, die in günstigen und effizienten Batterien gespeichert werden kann. Dazu ein Gratis-Espresso und Personal, das ausprobieren lässt und berät, statt zum Kauf zu drängen. Mit Teslas Übernahme von SolarCity und der Tesla Powerwall gehen E-Autos, Solarmodule und Minikraftwerke eine neue Synergie ein und werden vielleicht tatsächlich massentauglich.

Energie die Spaß macht

Heute cornern wir am Umspannwerk: die Denny Substation in Seattle. © NBBJ

Die Energie einer Stadt zeigt sich dort, wo Menschen zusammenkommen, stehen bleiben, miteinander feiern. Und immer häufiger tun sie das direkt dort, wo Energie produziert wird. In Kopenhagen stellt Architekt Bjarke Ingels ein Müllheizkraftwerk mit Skipiste und Panoramarestaurant fertig. Aus dem Schornstein steigen Rauchringe aus CO2 – so werden Hedonismus und Umweltbewusstsein spielerisch vereint. Ein Umspannwerk im Zentrum von Seattle soll der neue Nachbarschaftstreff werden, mit Panoramafenstern, Sitzgelegenheiten und interaktiven Klanglandschaften.

Ladestation to go

Dauerkommunikation sichergestellt. © Doblet

„Akku fast leer“ ist nicht nur eine Statusmeldung, sondern für viele eine handfeste Krise. Doch das kalifornische Startup Doblet macht jetzt Schluss mit der Angst vorm Leerstand. Sein neues Geschäftsfeld: Mobile Ladestationen in Coworking Spaces, Bibliotheken, Cafés oder gleich to go. Die Doblet-App warnt im Voraus und zeigt die Standorte der nächsten Auflader. Kunden mit schwächelnden Batterien sind durchaus bereit, dafür zu zahlen. Das erfuhr Doblet-Gründer Doktor Gurson, als ihm selbst wiederholt Freibiere für seine externe Batterie angeboten wurden. Noch funktioniert Doblet nur in der Bay Area, doch die Idee ist so simpel, dass sie bestimmt ausgebaut wird. Durchhalten!

Referenzen

Titelfoto: © Fotograf Christoffer Regild, Grafik ARC

Fotos: © Kaushik Panchal, Tomasz Bazylinski, Tesla, NBBJ, Doblet